NaTour Burg Windeck: Auf den Spuren von Rittern und Wildtieren

Burg Windeck bei Bühl.

Hoch über Bühl liegt die Ruine der Burg Windeck, errichtet um 1200 von den Herren von Windeck als Verteidigungsanlage, als sichtbares Zeichen ihres Machtanspruchs und natürlich als Wohnung. Am Fuße der Burg befindet sich ein großer Parkplatz, und hier beginnen wir mit unserer Rundwanderung. Sie ist zirka 3,6 Kilometer lang und dauert knapp eineinhalb Stunden.

Windeck hat mit frischer Luft zu tun

Weil den Burgbewohnern damals auf der 317 Meter über Meereshöhe gelegene Burg stets frischer Wind um die Nase wehte, nannten sie – so die überlieferte Erklärung des Namens – ihr neues Domizil „Wind-Eck“. Die Anlage bestand offensichtlich aus einer unteren und einer oberen Burg, jede umfasste einen Turm und ein Wohngebäude. Vom kleineren Bergfried aus wurden die Talseite und das Eingangstor überwacht. Die beiden Palastbauten (Wohngebäude) sind weitgehend zerstört.

Den Feinden getrotzt, aber nicht dem Feuer

Der Turm der oberen Burg ist größer, sein unterstes Stockwerk diente wahrscheinlich als Burgverlies oder Vorratskammer. Im Kriegsfall war er Wehrturm und Zufluchtsort für die Bewohner. Im ersten und zweiten Stock des angrenzenden Gebäudes befanden sich vermutlich der Rittersaal oder andere repräsentative Räume. Zwar widerstand Burg Windeck allen feindlichen Angriffen, doch im 14. Jahrhundert wurde sie von einem Feuer heimgesucht. Diesem fielen Wohnungen und Stallungen zum Opfer, und Reinhard von Windeck ließ die abgebrannten Gemäuer neu errichten.

Burgruine wird Steinbruch

Ende des 16. Jahrhunderts verließen seine Nachkommen die Burg und residierten fortan im so genannten „Schlosshof“, dem heutigen Hotel „Badischer Hof“ in Bühl. Die großen Zerstörungen an der Burganlage sind vor allem auf menschliche Hand zurückzuführen. Baumaterial war in den letzten Jahrhunderten Mangelware und so trug man die Burg für die Errichtung anderer Bauwerke, zum Beispiel der Kappelwindecker Kirche, ab.

Entdeckungen im Gemäuer und in der Natur

Besonders für Kinder ist die Burgruine ein Erlebnis, ist doch der Hauptturm begehbar. Von April bis Oktober kann er von 9 Uhr bis zum Einbruch der Dunkelheit bestiegen werden – ebenso in den Wintermonaten bei guter Witterung. Außerdem befindet unterhalb der Burg ein schöner Spielplatz. Bei der anschließenden Wandertour über den Tierspurenpfad lernen die Kleinen allerlei über die hier vorkommenden Pflanzen und Tiere. Auf dem spannenden Erlebnispfad wird vieles erklärt: Tierweitsprung, Spurenlesen oder das Anpirschen und Suchen von allerlei Getier im Gebüsch. Die ganze Familie erfährt, welche Baumarten wo am besten wachsen und welche Tiere welche Geräusche machen.

Picknick mit Weitblick

Durch den abwechslungsreichen Wald und am Jägerwegbrunnen vorbei geht es aufwärts zur Felsformation Bühlerstein. Er war einstmals ein Stützpunkt der Bühl-Stollhofener Linie, die von Markgraf Ludwig Wilhelm von Baden erbaut und 1703 siegreich verteidigt wurde. Hier ist ein idealer Platz zum Picknick, und man hat bei klarem Wetter einen herrlichen Blick über die Rheinebene bis zu den Vogesen. Weiter geht es über den höchstgelegenen Punkt unserer Wanderung (514 Meter über Meereshöhe) bis zur Schutzhütte Frauenwald und von dort weiter stetig bergab durch den Wald zurück zum Ausgangspunkt.

Herrlicher Ausblick vom Hochkopf.
Herrlicher Ausblick vom Hochkopf. Und so sieht es auch vom Bühlerstein aus.

(Fotos: Tourist-Info Bühl)

Die NaTouren sind außergewöhnliche Wanderungen im ganzen Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord. Sie sind besonders für Familien mit Kindern gedacht und so gestaltet, dass es für die Jüngsten am Wegesrand viel zu entdecken gibt. Weitere Infos zu den NaTouren gibt es unter www.naturparkschwarzwald.de/aktiv_unterwegs/natouren/ beziehungsweise unter www.naturparkschwarzwald.de.

Der Startpunkt zur Tour ist auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen: In unmittelbarer Nähe befindet sich die Bushaltestelle „Riegel Burg Windeck, Bühl“.

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