Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord verleiht Prädikat als Wertschätzung für Landschaftspflege und regionale Wertschöpfung

Der Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord hat den Aulachhof in Muggensturm (Landkreis Rastatt) im Rahmen des Naturpark-Brunchs auf dem Bauernhof am Sonntag (3. August) als „Naturpark-Partner“ ausgezeichnet. 18 Naturpark-Partner gehören mittlerweile dem Netzwerk an. Im Landkreis Rastatt sind es sieben. Das Prädikat Naturpark-Partner steht für gelebte Regionalität und eine nachhaltige Wirtschaftsweise.
„Für uns ist das Netzwerk der Naturpark-Partner so wertvoll, weil wir uns dort mit anderen Betrieben austauschen können. Mit Regionalität und Nachhaltigkeit sowie der Offenhaltung der Landschaft teilen wir die gleichen Werte und können voneinander profitieren“, erläutert Markus Kimmig. Er leitet zusammen mit Ehefrau Lisa den Aulachhof in Muggensturm in der dritten Generation.
Warum der Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord dem Aulachhof das Prädikat „Naturpark-Partner“ verleiht, erläutert der Vorsitzende des Naturparks Schwarzwald Mitte/Nord und Landrat des Landkreises Rastatt, Prof. Dr. Christian Dusch. „Der landwirtschaftliche Familienbetrieb zeigt eindrucksvoll, wie moderne Landwirtschaft, nachhaltige Entwicklung und Landschaftspflege erfolgreich miteinander verbunden werden können“, begründet Prof. Dr. Dusch und übergibt bei der Hofführung im Rahmen des Naturpark-Brunchs auf dem Bauernhof die Naturpark-Partner-Plakette an Markus und Lisa Kimmig.




Einsatz für Kulturlandschaft und eine zukunftsfähige Landwirtschaft
Auf die Auszeichnung des Aulachhofs als Naturpark-Partner ist auch der Bürgermeister der Gemeinde Muggensturm, Johannes Kopp, stolz. „Ich freue mich sehr, dass mit dem Aulachhof ein landwirtschaftlicher Vorzeigebetrieb aus unserer Gemeinde zum Netzwerk der Naturpark-Partner gehört. Markus und Lisa Kimmig verbinden Tradition mit Innovation und setzen sich mit großer Überzeugung für Regionalität, Nachhaltigkeit und den Erhalt unserer einzigartigen Kulturlandschaft ein. Das verdient höchste Anerkennung“, sagt Kopp.
Den Einsatz des Aulachhofs für den Erhalt der Kulturlandschaft hebt Landesforstpräsident Martin Strittmatter hervor. „Der Aulachhof zeigt beispielhaft, wie zukunftsfähige Landwirtschaft heute aussehen kann: naturverträglich, wirtschaftlich und mit hoher Verantwortung für unsere Kulturlandschaft. Besonders beeindruckend finde ich das Engagement für die regenerative Landwirtschaft und die Pflege der Streuobstwiesen. Diese sind ökologisch wertvoll und zudem landschaftsprägend für unsere Region“, führt Strittmatter beim Naturpark-Brunch aus.


Regionalität: Vom Acker bis auf den Teller
Der Aulachhof bewirtschaftet rund 160 Hektar Fläche. Davon sind 80 Hektar Ackerland mit einer vielfältigen Fruchtfolge. Mais, Weizen, Raps, Hafer, Gerste, Dinkel, Kartoffeln und Kürbisse wachsen im Wechsel mit Blumenfeldern zum Selbstschneiden. Die weiteren 80 Hektar bestehen aus Grünland mit Streuobstwiesen. Diese sind ein wertvoller Lebensraum für viele heimische Tier- und Pflanzenarten. Sie zu erhalten ist ein wichtiger Beitrag für einen gesunden Fortbestand des Ökosystems.
Im Zentrum des Aulachhofs steht die Erzeugung von Heu und Stroh – sowohl für den eigenen Pferdepensions-Betrieb als auch für den Verkauf. Markus und Lisa Kimmig ergänzen das Angebot durch Landschaftspflege-Arbeiten auf eigenen und externen Flächen. Auch die Zucht von schottischen Hochlandrindern gehört zum vielseitigen Betriebskonzept – eine robuste Rasse, die hervorragend zur Grünlandbewirtschaftung passt.
Ein besonderes Augenmerk legt der Aulachhof auf den boden- und klimaschonenden Anbau: Seit über zehn Jahren setzt der Betrieb konsequent auf die Prinzipien der regenerativen Landwirtschaft. Dazu zählen bodenschonende Bearbeitung, der Verzicht auf Pflügen, der gezielte Einsatz von Untersaaten und die Nutzung einer Scheibenegge. Beim Anbau des Naturpark-Getreides für das regionale Naturpark-Brot wird zudem komplett auf den Einsatz chemischer Pflanzenschutzmittel verzichtet.
Das nachhaltige Betriebskonzept des Aulachhofs in Muggensturm
Nachhaltigkeit zeigt sich auf dem Aulachhof auch abseits des Ackers: Eine eigene Hackschnitzelanlage versorgt den gesamten Hof mit erneuerbarer Energie. Für den Betrieb verwenden die Kimmigs Holz von den betriebseigenen Streuobstbäumen. Damit reduzieren sie den CO₂-Fußabdruck ihres Betriebs erheblich. Gleichzeitig leisten sie einen wertvollen Beitrag zur Verwertung regionaler Ressourcen.
Darüber hinaus pflegt der Aulachhof bereits seit vielen Jahren eine enge Zusammenarbeit mit dem Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord. Seit 2014 ist der Betrieb beim beliebten Projekt „Brunch auf dem Bauernhof“ dabei und ermöglicht Besucherinnen und Besuchern authentische Einblicke in die Landwirtschaft und regionale Genusskultur. Auch beim Projekt „Naturpark-Brot“ engagiert sich der Aulachhof seit dem Projektstart 2021 – mit regenerativ angebautem Getreide, das ganz ohne chemische Pflanzenschutzmittel auskommt.
Das Netzwerk an Naturpark-Partnern
Insgesamt gehören 18 Betriebe und Organisationen aus den Bereichen Landwirtschaft, Regionalverarbeitung und -vermarktung sowie Tourismus dem Netzwerk der Naturpark-Partner an.
Zum Partner-Netzwerk gehören neben dem Aulachhof in Muggensturm, die Weingüter Schloss Neuweier und Maier (Baden-Baden), Kopp (Sinzheim), Axel Bauer (Bühl), die Waldulmer WG (Kappelrodeck) und s‘Wilde Weingut (Sasbachwalden) sowie die Imkerei Cum Natura (Bühl), der Biolandhof Reiser (Straubenhardt), der Aspichhof (Ottersweier) und der Jungbauernhof mit Bogenparcours Schwarzwald (Mühlenbach) sowie die Tourismus GmbH Nördlicher Schwarzwald (Bad Liebenzell), die Naturpark-Marktscheune (Berghaupten), Dolle Frieders Burewirtschaft (Sasbachwalden), die Zeller Mühle (Ottersweier), die Nationalparkregion Schwarzwald (Baiersbronn), die Geroldsauer Mühle (Baden-Baden) sowie die Metzgerei Seeger (Kuppenheim).
Interessierte Betriebe können sich an die Naturpark-Geschäftsstelle wenden. Weitere Informationen gibt es zudem auf der Internetseite des Naturparks unter www.naturparkschwarzwald.de > Regionalvermarktung > Naturpark-Partner.
Hintergrund 1: Das Konzept hinter der Auszeichnung „Naturpark-Partner“
Das Naturpark-Partnerprogramm ist ein bundesweites Konzept des Verbands Deutscher Naturparke (VDN). Es richtet sich an Betriebe, Organisationen und Institutionen, die mit ihrer Arbeit in besonderer Weise einen Beitrag für die Region und deren nachhaltige Entwicklung leisten. Angesprochen werden Betriebe verschiedener Branchen, z. B. aus Land- und Forstwirtschaft, Verarbeitung, Handwerk, Handel, Bildung und vielen weiteren Bereichen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf Betrieben, die mit ihrer täglichen Arbeit dazu beitragen, die Kulturlandschaft zu erhalten und sich durch einen nachhaltigen und schonenden Umgang mit Umwelt und natürlichen Ressourcen auszeichnen.
Mit der Auszeichnung zum Naturpark-Partner wird dieses Engagement für die Öffentlichkeit sichtbar gemacht. Jeder Betrieb erhält zur Auszeichnungsfeier eine Plakette mit dem Logo „Naturpark-Partner“ sowie eine Urkunde.
Hintergrund 2: Der Naturpark-Brunch auf dem Bauernhof
Der Brunch auf dem Bauernhof soll Einheimische wie Gäste dafür sensibilisieren, wie wertvoll heimische Lebensmittel sind. „Dabei geht es darum, für bäuerliche Traditionen und faire Preise für heimische Produkte zu werben. Denn die bäuerlichen Strukturen prägen das Landschaftsbild im nördlichen und mittleren Schwarzwald“, erklärt der Naturpark-Geschäftsführer Karl-Heinz Dunker. Beim Brunch auf dem Bauernhof bringt der Naturpark Erzeuger/innen sowie Verbraucher/innen zusammen. Die Veranstaltung findet seit 2008 jährlich am ersten Sonntag im August auch in den Naturparken Südschwarzwald, Neckartal-Odenwald, Stromberg-Heuchelberg und Schönbuch statt.
Text: Gundi Woll/ Fotos: Johannes Nickel
JN/ 05.08.2025




