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Entdecke die
Kultur
in der Natur!

Unseren Naturpark könnt ihr euch wie ein Puzzle aus vielen verschiedenen Kulturlandschaften vorstellen.

Doch was ist das überhaupt – eine Kulturlandschaft? Kinos, Theater und Museen mitten in der Landschaft? Nein.

NAtur bedeutet, es ist ohne den Menschen entstanden.

KULtur dagegen heißt, es ist durch den Menschen bearbeitet und gepflegt worden.

Hier in unserem Naturpark sind also viele Landschaften über viele hunderte von Jahren von Menschen bearbeitet worden.

Die Tiere und Pflanzen haben sich über die lange Zeit daran angepasst und so sind viele neue Arten entstanden.

Nummer 1 – die Wälder:

Unsere Wälder werden seit vielen Jahrhunderten vom Menschen genutzt und verändert, bearbeitet und gepflegt. Darum sind sie das Beispiel Nummer 1 für unsere Kulturlandschaften.

Ein typischer Bauernwald in unserer Region ist der Plenterwald. Er war sozusagen die Sparkasse für die Bauern: Wenn für eine Hochzeit oder die Hofübergabe Geld notwendig wurde, hat man einzelne alte Bäume gefällt. An diesen Stellen wurde es luftig und hell. So konnten junge Bäume nachwachsen.

Dadurch gab und gibt es in so einem Wald eine reiche Struktur an Groß und Klein, Alt und Jung und auch vielen verschiedenen Arten. In diesen Wäldern finden Tiere und Pflanzen besonders gute Lebensbedingungen.

Nummer 2 – die Wiesen:

Wiesen sind über viele Jahrhunderte aus gerodeten Waldflächen entstanden. Bauern haben sie entweder regelmäßig mit der Sense gemäht oder ihre Rinder, Schafe und Ziegen darauf geweidet.

Wenige Jahrhunderte alt sind die meisten Streuobstwiesen. Sie waren sehr beliebt und sind in unserer Region deswegen in großer Zahl entstanden, weil die Bauern der damaligen Zeit keinen Anteil der Obst-Ernte an ihre Herren abgeben mussten.

Eine dritte alte, besondere Wiesenart sind Wässerwiesen. Nachdem sich immer mehr Menschen ansiedelten, brauchten sie auch mehr Nahrung, also auch mehr Vieh.

Damit auch für mehr Vieh mehr Nahrung zur Verfügung stand, mussten die Wiesen gedüngt werden, um sie öfter mähen zu können. Das nährstoffreiche Wasser dafür wurde über kleine Kanäle von Bächen abgezweigt.

Nummer 3 – Hecken und Lesesteinwälle:

Hecken wurden in ganz alten Zeiten schon gepflanzt, um Hab und Gut vor der „wilden Welt da draußen“ zu schützen, also vor Angreifern und wilden oder einfach hungrigen Tieren.

Später, als die Welt nicht mehr ganz so wild war, hat man mit den Hecken das Weideland vom Ackerland abgegrenzt. Denn auch die eigenen Haustiere würden sonst das angebaute Gemüse auffuttern.

Holz, Früchte und Heilkräuter der Heckenpflanzen haben über Jahrhunderte einen zusätzlichen Nutzen für den Menschen gebracht. Hecken zeigten auch gut an, bis wohin ein Grundstück reichte.

In „steinreichen“ Gegenden haben Lesesteinwälle ähnlich Aufgaben gehabt. Auf dem Feld störende Steine wurden aufgelesen und als Mauern aufgehäuft.

Hecken und Lesesteinwälle sind für viele Tiere und Pflanzen ganz besondere und wichtige Lebensräume geworden.

Nummer 4 – Weinbergterrassen:

Ursprünglich brachten die Römer die Weinpflanze aus ihrer warmen Heimat mit. Bereits um 900 nach Christus soll es in Baden schon 84 Weinsortengegeben haben!

Das Wachstum der Bevölkerung machte es notwendig, mehr Anbaufläche zu schaffen. Auch für Weinreben. Etwa um 1200 wurde daher der Terrassenbau eingeführt.

An den sonnigen, warmen Randhängen des Schwarzwaldes wurden in ungenutzten, steilen Lagen Terrassen angelegt. Für die Mauern kam das Gestein der Umgebung zum Einsatz.

Solche Trockenmauern bieten ein ganz besonders warmes und geschütztes Klima. So konnten sich hier viele neue Pflanzen und Tiere ansiedeln.

Dieser trockene und warme Lebensraum ist besonders schützenswert. Aber auch der schöne Anblick dieser Terrassierung hat die Kulturlandschaft nachhaltig geprägt.