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Lebensraum
Streuobstwiese!

Was bedeutet Streuobstwiese?

Wenn viele Obstbäume mit hohen Stämmen verstreut auf einer Wiese stehen, nennen wir das STREU-OBST-WIESE.

Dieser Name ist noch nicht sehr alt. Früher hießen sie einfach Obstwiese oder Obstgarten.

Manche Obstbäume auf einer Streuobstwiese können dagegen schon 100 Jahre oder sogar noch älter sein.

Auf einer guten Streuobstwiese findest du junge, alte und mittelalte Obstbäume.

Achtung: Abstand halten!

Die Bäume stehen weit auseinander, mindestens 10 Meter. Warum? Damit jeder Baum von allen Seiten genug Licht abbekommt und Platz zum Wachsen hat.

Platz zum Wohlfühlen

Zwischen 3000 und 5000 verschiedene Arten von Lebewesen können auf einer guten Streuobstwiese leben.

Denn wenn ein Lebensraum besonders reich strukturiert ist, fühlen sich auch besonders viele Tierarten und Pflanzenarten dort wohl.

Leben im alten Obstbaum

Der alte Apfelbaum mitten auf der Streuobstwiese ist wie ein Mehrfamilienhaus:

Hier leben viele verschiedene Insekten, Spinnen, viele Vogelarten und sogar kleine Säugetiere.

Doch was bietet der alte Obstbaum, was das neu gepflanzte Apfelbäumchen nebenan noch nicht hat?

 

Zum Beispiel Unterschlupf: vom Specht in den Stamm gezimmerte Höhlen, rissige Borke, ausgefaulte und daher hohle Astlöcher.

Oder grüne Verstecke für Groß und Klein: dichte Efeuranken, die am Stamm emporwachsen oder Moose und Flechten, die sich auf alten Ästen ausbreiten.

Einen guten Überblick vom obersten Wipfel oder ein frisches, kühles Klima im Schatten der großen Baumkrone.

Und natürlich Pollen und Blütennektar im Frühjahr und süße Früchte im Sommer/ Herbst.

Doch auch die mittelalten Obstbäume sind wichtig: Sie tragen mehr und bessere Früchte als die alten Bäume. Und die neu angepflanzten Obstbäumchen werden in vielen Jahren einmal die Aufgaben der Alten einnehmen.

Fressen-und-gefressen-werden

So viele verschiedene Tier- und Pflanzenarten haben auf der Streuobstwiese Platz zum Leben. Stell dir mal vor: Auf einem einzigen alten Apfelbaum können viele hunderte verschiedener Lebewesen vorkommen. Natürlich sind viele von ihnen winzig klein. Trotzdem sind sie wichtig: als Nahrung für andere, größere Lebewesen. Es ist ein einziges Fressen-und-gefressen-werden.

Alles dreht sich ums Fressen

Wenn ein kleines Tier vom anderen und das wieder vom anderen gefressen wird, entsteht eine Nahrungskette. Aber was passiert mit dem Tier am Ende der Nahrungskette? Es stirbt irgendwann. Sein Fleisch wird bald von Fliegenlarven gefressen und Knochen, Haut oder Federn von Kleinstlebewesen wieder zu Humus zersetzt. Dieser nahrhafte Boden dient den Pflanzen ringsum wieder zum Wachsen. So schließt sich der Kreis.

Nehmen wir zum Beispiel den Fuchs. Er ernährt sich ganz vielseitig: Früchte, Mäuse, Insektenlarven, Vögel, Regenwürmer, Frösche und noch vieles mehr.

Diese einzelnen Tiere und Pflanzen brauchen ebenso ihre Nahrung. So ergeben sich viele einzelne Nahrungsketten.

Ketten und Netze

Auf der Streuobstwiese kannst du viele verschiedene Nahrungsketten beobachten. Zusammen bilden die vielen Ketten ein großes Nahrungsnetz.

Nehmen wir den Regenwurm als Beispiel: er wird nicht nur vom Fuchs gefressen, sondern auch von sehr vielen anderen Tieren: Vögel, Igel, Blindschleichen, Kröten und Frösche, Maulwürfe…

Du siehst schon: alles ist miteinander verstrickt. Es ist also ein richtiges Netzwerk, ein Nahrungsnetz also.

Es war einmal auf der Streuobstwiese…

Da stand ein schöner großer Apfelbaum. Der Apfelbaum ernährte sich Jahr für Jahr vom Humus im Boden um ihn herum. Im späten Herbst haben Regenwürmern seine welken Blätter in den Boden gezogen. Dort wurden sie von sehr kleinen Lebewesen zersetzt. Die Reste davon wurden später von den Regenwürmern gefressen.

Einige der Regenwürmer wurden von einer hungrigen Amsel aufgespürt und verschlungen.

Die Amsel wurde vom Fuchs erwischt und verspeist. Der Fuchs starb im Jahr darauf und wurde nach seinem Tod von Fliegenlarven aufgefressen.

Viele der Fliegenlarven wurden im Frühjahr an junge Meisen verfüttert. Einige der Jungvögel wurden vom Steinmarder erbeutet und gefressen.

Der Steinmarder wurde nach einer Weile von einem Mäusebussard geschlagen. Nach einer Weile starb auch der Greifvogel.

Von Fliegenlarven und Kleinstlebewesen wurde er wieder zu Humus zersetzt … und an der Stelle wurde vor kurzem ein neues Apfelbäumchen gepflanzt.