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Auf zum
Nistplatz-
Check!

Eine Wildbiene braucht eigentlich nicht besonders viel: Ein passendes „Haus“, in dem ihre Kinder heranwachsen können und genug gesunde und zu ihr passende Nahrungsquellen in der nahen Umgebung.

Klingt einfach. Ist es aber manchmal gar nicht!

Stell dir vor, du willst den Tisch decken. Der Kühlschrank und der Geschirrschrank befinden sich aber ein paar Kilometer entfernt von eurem Esstisch.

Beim Hin- und Herlaufen müsstest du auch noch viele Straßen überqueren und darauf achten, dass dich keine fliegenden Räuber aus der Luft verspeisen.

Das wäre ganz schön gefährlich und auf Dauer sehr anstrengend, oder?

Den Wildbienen geht es ähnlich. Die meisten legen zwischen Nistplatz und Nahrungsquelle nicht mehr als 1200 Meter zurück. Das ist schon anstrengend genug.

Daher ist es für die Wildbienen wichtig, einen Nistplatz in der Nähe der Blüten zu finden.

Wenn die Wildbiene mit etwas Glück ist einen guten Platz für das Nest gefunden hat und auch Nahrung in Reichweite vorhanden ist, fehlt ihr nur noch das Baumaterial.

Jetzt wird es wieder spannend:

So wie es in der Menschenwelt Häuser aus unterschiedlichen Materialien gibt, zum Beispiel aus Holz, aus Lehm, aus Ziegeln oder aus Beton, geht es auch in der Welt der Wildbienen zu.

Es gibt wahre Künstlerinnen unter den Wildbienen!

Einige streichen ihre unterirdischen Nistkammern mit Pflanzenöl. Andere Bienen tapezieren die Kinderstuben mit ausgeschnittenen Blattstückchen oder sogar mit Teilen von Blütenblättern der roten Mohnblume.

An einer Insekten-Nisthilfe kannst du im Laufe des Jahres gute Beobachtungen machen.

Schau dir die Bohrlöcher oder Röhrenöffnungen genau an! Am Baumaterial lässt sich oft unterscheiden, wer sich darin vom Ei über die Larve zur Imago, dem erwachsenen Insekt, entwickelt.

 

Ab März sind die Scherenbienen aktiv. Sie verschließen ihre Niströhre mit einem Gemisch aus Lehm und kleinen Steinchen. Mit etwas Nektar wird der Lehm manchmal noch geschmeidiger gemacht.

Auch die Mauerbienen sind schon da. Sie benutzen ein Gemisch aus Lehm mit Holzfasern.

 

Nisthilfe
Ab April kommen die Wollbienen dazu. Ihr Baumaterial ist abgeschabte Pflanzenwolle.

Die Blattschneidebienen verraten schon mit ihrem Namen, womit sie die Nistgänge verschließen: mit Blattstückchen.

 

Ab Mai sind die Maskenbienen unterwegs. Sie verschließen ihre Niströhren mit einem seidigen Gewebe, das sie aus Drüsensekreten selbst produzieren.

Genauso machen es auch die Seidenbienen, daher ihr Name. Die meisten sind aber erst ab Ende Juni unterwegs.

 

Auch das Baumaterial der Hummeln und Honigbienen wird von ihnen selbst hergestellt – es handelt sich um Wachs.

Um in ihrem Körper eine Portion Wachs herzustellen, brauchen diese Tiere dazu die 4- bis 10-fache Menge an Nektar. Stellt euch vor, wie oft sie dafür losfliegen müssen!

Manchmal verraten die Nestverschlüsse aber auch Räuber: Die großen Röhren, die aussehen, als hätte jemand trockene Grashalme hineingestopft, werden vom „Stahlblauen Grillenjäger“ bewohnt.

Diese Grabwespenart füttert ihre Larven mit Heuschrecken und Grillen.