Natur & Landschaft

Entdeckerwesten: Grundschüler erforschen die Natur

Mit Entdeckerwesten den Waldboden erforschen.
Was krabbelt da? Schüler erforschen mit ihren Entdeckerwesten den Waldboden.

Kinder von klein auf für die Natur sensibilisieren – das ist eines der Ziele des Naturparks Schwarzwald Mitte/Nord. Eines der Projekte hierzu sind die Entdeckerwesten: Einen Vormittag lang können Schulkinder Flora und Fauna erkunden. Dafür werden sie mit coolen „Forscherwesten“ ausgestattet – nebst Kompass, Lupe, Fangpinzette, Insektensauger und mehr. Letzte Woche war wieder eine Klasse aus Rastatt im Wald unterwegs.

26 Drittklässer der Hans-Thoma-Grundschule strömen mit ihrem Klassenlehrer und Naturpark-Umweltpädagogin Manuela Riedling in ein Waldstück am Ortsrand von Rastatt. Als sie tief genug in den Laubwald eingetaucht sind, lassen sie sich im Kreis um die Naturexpertin nieder. Heute geht es um den Waldboden und das Leben, das dort krabbelt und kriecht.

Die Schichten im Waldboden

Schon gestern lernten die Schüler vieles über die Bäume, wie man die unterschiedlichen Arten erkennt oder welche Aufgabe die Rinde hat. Und morgen geht es nochmals in den Wald an einen kleinen Kanal, um das Leben im Wasser zu untersuchen und ein kleines Wasserrad zu bauen.

Zu Beginn erklärt Manuela Riedling den Schülern, in welchen Schichten der Waldboden aufgebaut ist: Zu oberst die „Streuschicht“ aus Blättern, Nadeln, Zweigen, darunter die Humusschicht, dann folgt der Obere Mineralboden, weiter unten der Untere Mineralboden, noch weiter unten das feste Gestein.

Tiere fangen und wieder freilassen

Die Kinder werden in Gruppen eingeteilt. Jede Gruppe soll mit Ästen ein Quadrat auf dem Waldboden abstecken und dann aus Blättern, Zweigen und was sie sonst finden Tiere basteln, die auf dem Waldboden leben. Spinnen, Schnecken, Käfer, Würmer lassen sich die Schüle einfallen.

Nach der Frühstückspause geht es endlich ans richtige Forschen: Mit viel Enthusiasmus sammeln die Kinder mit der Fangpinzette oder dem Insektensauger behutsam die unterschiedlichsten Tiere ein und betrachten sie in der Becherlupe genau. Da gibt es Mistkäfer, Grillen, Regenwürmer, Spinnen, Laufkäfer, Raupen, Zecken und mehr.

Besonders staunen die Schüler über eine Spinne, die einen winzigen „Golfball“ mit sich herumträgt. „Das ist ihr Eiersack“, erklärt Manuela Riedling. „Darin sind die Eier der Spinne, aus denen dann winzige Spinnen schlüpfen. Um sie zu schützen, trägt die Mutter sie mit sich herum.“ Selbstverständlich darf immer nur ein Tier in den Becher und Schütteln ist tabu! Anschließend werden die Krabbler wieder freigelassen.

Zurück in der Schule gibt es noch eine Unterrichtseinheit zur Reinigungskraft des Waldbodens. Manuela Riedling baut mit den Kindern eine Mini-Kläranlage aus Kies, Sand und Moos. Deutlich ist zu sehen, dass das hineingegossene Schlammwasser deutlich sauberer unten herausrinnt.

Schulen im Naturparkgebiet können die Entdeckerwesten nutzen

„Mit diesen Aktionen wollen wir den Kindern einen nachhaltigen Umgang mit der Natur vermitteln“, erläutert die Umweltpädagogin. „Den Kindern bringt es mehr Spaß, draußen in der Natur etwas über Umwelt, Flora und Fauna zu lernen. Das merken sie sich auch besser.“

Die star.Energiewerke in Rastatt unterstützen das Projekt Entdeckerwesten finanziell. Deshalb gibt es auch jährlich zwei dreitägige Projekte mit Rastatter Schulen. Aber grundsätzlich kann jede Schule im Naturpark Mitte/Nord an dem Projekt teilnehmen. Der Naturpark stellt zu den Exkursionen jeweils einen Klassensatz Entdeckerwesten (für bis zu 35 Schüler und zwei Lehrer) zur Verfügung.

Interessierte Schulen können sich an unsere Geschäftsstelle wenden.

 

 

Kommentar hinterlassen

Hier klicken um ein Kommentar zu hinterlassen