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Helft mit beim Insektenzählen!

Augen auf im NABU-Insektensommer!

Keine Sorge – ihr müsst sie nicht alle zählen. Der NABU – Naturschutzbund Deutschland e. V. ruft auf zum Insektenzählen für nur eine Stunde. Mit seiner bundesweiten Mitmachaktion will der NABU eine regelmäßige Erfassung der sechsbeinigen Krabbler und Flieger etablieren.

Wer diesen Blog liest, hat mitbekommen, dass uns sehr viel daran liegt, dass die für uns und jedes Ökosystem lebenswichtigen Insekten sich wieder vermehren. Denn ihr Bestand ist in den letzten zwei, drei Jahrzehnten drastisch um rund 75 Prozent gesunken, da sie immer weniger Lebensräume und Futter finden. Diese Zahl hat der Entomologische Verein Krefeld herausgefunden, der 27 Jahre lang Insekten gefangen und ihre Biomasse gewogen hat. Bis dahin hat es darüber keine Untersuchungen gegeben.

Der NABU bittet um Mithilfe beim Insektenzählen

Nun möchte der Naturschutzbund Deutschland (NABU) mit der Hilfe der Bevölkerung bundesweit regelmäßige Insektenzählungen abhalten, um mehr Erkenntnisse über den Zustand der Insekten zu bekommen. Am 1. Juni startet zum ersten Mal sein Projekt „Insektensommer“. Und nun seid ihr gefordert!

Sucht euch in den zwei Zeiträumen vom 1. bis 10. Juni und vom 3. bis 12. August einen schönen Beobachtungsplatz mit Blick in den Garten oder die Natur und nehmt euch eine Stunde Zeit. Der optimale Tag, um viele Insekten zu sehen, ist ein sonniger, warmer, trockener und windstiller Tag. Notiert alle Insekten, die ihr innerhalb einer Stunde an eurem Beobachtungsplatz entdecken könnt – schaut ruhig einmal in die Blumentöpfe, an Bäumen oder unter Steinen nach. Insekten leben und lieben ihren Mikrokosmos, auch wenn Fluginsekten weite Strecken zurücklegen können.

Welche Insekten könnt ihr melden?

Grundsätzlich könnt und sollt ihr jedes gesehene und erkannte Insekt melden. Die Insektenwelt ist allerdings enorm vielfältig. Deshalb gibt es pro Meldezeitraum acht „Kernarten“, nach denen ihr möglichst auf jeden Fall schauen solltet. Diese Arten kommen noch relativ häufig vor und sind vergleichsweise leicht zu erkennen. Im Juni sind es Tagpfauenauge, Admiral, Asiatischer Marienkäfer, Hainschwebfliege, Steinhummel, Lederwanze, Blutzikade und Gemeine Florfliege, im August sind es Schwalbenschwanz, Kleiner Fuchs, Ackerhummel, Blaue Holzbiene, Siebenpunkt-Marienkäfer, Streifenwanze, Blaugrüne Mosaiklibelle und Grünes Heupferd. Auf seiner Homepage stellt der NABU die Insekten ausführlich vor.

Zehn Meter im Umkreis genügen

Zählt bei mobilen Arten wie Schmetterlingen oder Hummeln von jeder Art die größte gleichzeitig anwesende Zahl von Tieren, die ihr beobachtet habt, und nicht die Summe der Einzelbeobachtungen im Laufe der Stunde. So vermeidet ihr Doppelzählungen. Wenn am Anfang der Beobachtungszeit ein Kohlweißling vorbeifliegt und eine halbe Stunde später noch einmal einer, könnte es beide Mal der selbe sein. Gemeldet wird in diesem Fall also nur ein Kohlweißling.

Die Beobachtungen werden als sogenannte Punktmeldungen erfasst. Es sollen also nicht die Insekten eines größeren Gebietes zusammengefasst werden, sondern nur die von einem eng begrenzten Beobachtungsort. Diesen Ort hat der NABU als Umkreis von höchstens zehn Metern festgelegt – das sind immerhin gut 300 Quadratmeter und damit genügend Raum für viele interessante Insektenfunde. Wer Lust und Zeit hat, kann natürlich an mehreren Orten beobachten, muss dann aber jedes Mal eine separate Meldung abgeben. Dafür hat der NABU eigens ein Meldeformular entwickelt, das online ab 1. Juni hier zur Verfügung steht.

Welche Beobachtungsorte kommen in Frage?

Ob Vorgarten, Streuobstwiese, Wald oder Wegrand: Es darf überall beobachtet werden. Der NABU will auch herausfinden, in welchen Lebensräumen sich welche Arten besonders wohlfühlen. Im Meldeformular wird dem jeweiligen Beobachtungsort daher ein Lebensraumtyp wie Garten, Balkon, Park, Wiese, Wald, Feld, Teich oder Bach und Fluss zugeordnet.

Tipps für den Insekten-Dschungel

Nehmt ruhig eine Lupe zur Hand und geht auf Erkundungstour, so sind die kleinen Krabbeltiere einfacher zu entdecken. Auch Becherlupen sind gut geeignet. Wichtig ist nur, dass ihr nach der Bestimmung die Insekten wieder unversehrt in die Freiheit entlasst – bitte an dem Ort, wo ihr das Tier auch gefunden habt.

(Fotos: pixabay)

Nähere Informationen auf der Webseite des NABU.

Direkt zum Meldeformular geht es ab 1. Juni 2018 hier.

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