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Hotel Hirschen Oberwolfach: Gäste verwöhnen seit 400 Jahren

Landidyll Hotel Hirschen Oberwolfach
Das Landidyll Hotel Hirschen in Oberwolfach liegt in idyllischer Umgebung direkt am Flüsschen Wolf.

Wer ein paar Tage lang die Schönheiten des Kinzigtals und seiner Umgebung genießen möchte, für den gibt es ein ideales Domizil – das Landidyll Hotel Hirschen in Oberwolfach im Kinzigtal. Die Wirtsfamilie Junghanns tut alles, damit ihre Gäste sehr gut essen und sehr gut schlafen. Das gelingt: 91 Prozent der Besucher bewerten das Hotel und seine Cuisine mit „sehr gut“.

Eberhard und Renate Junghanns betreiben das Landidyll Hotel Hirschen in Oberwolfach
Eberhard und Renate Junghanns betreiben das Landidyll Hotel Hirschen in Oberwolfach

„Wir legen großen Wert auf gute Küche“, sagt Hotelier und Küchenmeister Eberhard Junghanns selbstbewusst. Als Mitbegründer der Naturpark-Wirte hat er sich mit seinem Angebot und seiner Qualität den regionalen Erzeugnissen verschrieben. Dabei geht es ihm nicht nur um die guten Produkte aus dem Schwarzwald. „Die Landwirte haben es nicht leicht. Ich finde es richtig, sie zu unterstützen, denn das nützt uns allen. Deshalb bin ich Naturpark-Wirt geworden.“ Die „Landschaftspflege mit Messer und Gabel“ sei schließlich enorm wichtig. Denn „wenn hier alles zuwächst und wir keine offenen Flächen mehr haben, ist der Schwarzwald nicht mehr das, was er war.“

Spezialitäten im Hotel Hirschen

Typisch Badisches und Wild- aber auch Fischgerichte gehören zu den Top-Spezialitäten von Junghanns. Ein sehr beliebtes einheimisches Gericht sind übrigens Schweinebäckchen. „Im Sommer mit Meerrettichsoße und Bratkartoffeln. Im Winter mit Kartoffelstampf und Rahmsauerkraut. Oder mit Rotkraut und Kartoffelknödeln.“ Das Wild stammt zum allergrößten Teil aus der Region. Manchmal stammt das Fleisch auch von selbst erlegten Tieren, denn Junghanns ist passionierter Jäger.

Etwas ganz Besonderes ist beispielsweise das „Tischlein-deck-dich-Menü“, das sich ans bekannte Märchen der Gebrüder Grimm anlehnt. Hier servieren die Mitarbeiter über den ganzen Abend bis zu 10 kleine Gerichte. Der Tisch ist unter anderem mit Dukaten dekoriert. „Das läuft wie geschnitten Brot“, freut sich Junghanns. Die Kreationen des Küchenmeisters und seiner Köche sind nicht nur ein Gaumen- sondern immer auch ein Augenschmaus:

Feines Dessert

Spontan demonstriert uns der Wirt in seiner Küche, wie man rasch einen Nachtisch veredelt. Das Kernstück hat er schon vorbereitet: ein Eisparfait aus „Tannenwipfelhonig“. Der Wahrheit halber soll nicht verschwiegen werden, dass an diesem Honig keine Biene beteiligt war. Aus den frischen Mai-Trieben von Tannen und Fichten sowie Brombeer- und Himbeerblättern wurde ein Sud gekocht. Die Flüssigkeit wurde passiert und daraus mit Zucker wiederum eine Art Sirup oder Gelee gekocht. Eier wurden im Wasserbad schaumig geschlagen, Schlagsahne dazu, mit dem Sirup vermischt und dann gefroren. Und so geht es weiter:

Über 400 Jahre Geschichte

Schon im Jahr 1609 wird der Hirschen erwähnt. Der Vogt von Oberwolfach beantragte in einem Schreiben an die Gräflich Fürstenbergischen Räte für das Gasthaus die „Schildgerechtigkeit“. Das bedeutet das Recht, ein Wirtshausschild aufzuhängen und Übernachtungsgäste zu beherbergen. Der Hirschen besaß nämlich mit der „Taferngerechtigkeit“ bislang nur das Recht, Wein auszuschenken. Es dauerte sehr lange und es gibt bis Ende des 18. Jahrhunderts keine Quellen, wann diese Schildgerechtigkeit tatsächlich erteilt wurde. Jedenfalls war sie dann erteilt und der Hirschen ist seit 175 Jahren im Besitz derselben Familie. Und seit 96 Jahren unter dem Namen Junghanns. Eberhard Junghanns sen. hat das Haus nach dem Zweiten Weltkrieg groß gemacht, ausgebaut und stark in den Übernachtungsbereich investiert.

„Die Deutschen wollten nach den Kriegsjahren und Notzeiten Urlaub machen“, erzählt nun Eberhard Junghanns jun. „Es war keine Frage des Standards, sondern der Kapazität. Es gab einen Ansturm und wir haben sehr viele Zimmer in der Nachbarschaft belegt. Als Bub habe ich die Koffer der Gäste in die anderen Häuser getragen.“

Prominenz im Haus

Das 400-jährige Jubiläum im Jahr 2009 feierte der Hirschen mit einem viertägigen Sommerfest. Täglich kamen d Hunderte von Gästen und viele Honoratioren, Politiker und Unternehmer. Im Laufe seiner jüngeren Geschichte hatte das Hotel auch sehr prominente Gäste. So den damaligen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker, den damaligen Ministerpräsidenten Erwin Teufel oder den ersten deutschen Astronauten Ulf Merbold. Und einmal spielte Rex, der Schäferhund des Hauses, mit dem Volksschauspieler Beppo Brehm in einem Kinofilm mit, der in einem benachbarten Bauernhof gedreht wurde.

Modernes Familien-, Ferien- und Tagungshotel

Heute bietet das Landidyll Hotel Hirschen alles, was sich anspruchsvolle Gäste wünschen. Natürlich die ausgezeichnete Gastronomie. 29 gemütliche Zimmer im Landhaus-Stil, in unterschiedlichen Holzarten gestaltet und liebevoll eingerichtet. Von rustikal bis elegant. Verteilt auf vier Häuser, die durch wunderschöne Grünanlagen miteinander verbunden sind. Ein Fitness-Angebot mit Tennis, Kegelbahn, Moutainbikes, Sauna und Solarium. Auch Wellness gehört dazu. Ein dreiköpfiges Massageteam verwöhnt mit zahlreichen Anwendungen für jeden Geschmack.

Wandern zum Berggasthof

Auch einen „Außenposten“ hat der Hirschen. Das „Schmalzerhisli“ (Hisli = Häuschen) ist eine Vesperstube auf dem Hochplateau Schwarzenbruch mit herrlichem Ausblick. Ganz im Stile der Berggasthöfe „Fermes-Auberges“ im Elsass. Junghanns schickt seine Gäste gerne auf die sechs Kilometer lange Genusswanderung vom Hotel bis zum Schmalzerhisli.

„Tourenzentrale“ Hotel Hirschen

Der Hirschen wäre kein Schwarzwaldhotel, wenn er nicht seinen Gästen exzellente Touren- und Wandertipps zur Verfügung stellte. Nur zwei Beispiele von vielen: „Unser beliebtester Ausflug ist die Ortenaurundfahrt mit dem eigenen Auto“, erklärt Junghanns. Sie führt über das Vogtsbauernhof-Museum und die sehenswerten Ortschaften Ohlsbach, Ortenberg, Zell-Weiherbach, Gengenbach, Durbach, Oberkirch , Bad Peterstal-Griesbach und zurück. Zu sehen gibt es wunderbare Ausblicke, Schlösser, Fachwerkhäuser und vieles mehr. „Unsere amerikanischen Gäste sind hin und weg von der Tour“, so der Hotelier.

Für Wandervögel gibt es beispielsweise das „Guck-a-mol-Wegle“. Das ist eine fast siebenstündige Wandertour um ganz Oberwolfach herum. „Das ist kein breiter planierter Waldwirtschaftsweg, sondern ein mit der Hacke freigehaltener, uriger Erlebnispfad. Immer an der Wald-Wiesen-Kante entlang, mit wunderschönen Aussichten, vielen Bänken und Einkehrmöglichkeiten“, beschreibt es der Wirt.

Veranstaltungen im und mit dem Hotel Hirschen

Im Traditionshaus Hirschen können die Gäste auch noch ganz Anderes erleben. In der Fasnets-Zeit kommen unterschiedliche Narrengruppen in die gemütliche Gaststube. Sie kommen zu ihrem eigenen Vergnügen und zur Unterhaltung der Gäste. Einer der Fasnets-Bräuche ist die „Schnurrade“. Unterschiedliche Narrengruppen brechen am Schmalzlerhisli auf und klappern nacheinander alle zwölf Gaststätten in Oberwolfach ab. Überall erzählen sie spottend Ereignisse des vergangenen Jahres und nehmen dabei ortsbekannte Persönlichkeiten aufs Korn. Auch am „Schmotzige Dunnschdich“ (anderswo als Altweiberfasching am Donnerstag vor Fastnach bekannt) ist die Gaststube im Hirschen rappelvoll mit Narren und anderen Gästen.

Seit drei Jahren veranstaltet Junghanns im Garten des Hotels ein Sommerfest mit regionalen Musikern und gut 500 Gästen. „2016 mussten wir erstmals Karten verkaufen, sonst wäre es zu voll geworden“, sagt der Wirt.

Genuss-Messe und Naturpark-Brunch

Als Naturpark-Wirt ist Junghanns natürlich auch dabei, wenn es eine Genuss-Messe in seiner Region gibt. So vor zwei Jahren in Wolfach, wo er zusammen mit zwei weiteren Naturpark-Wirten regionale Spezialitäten kochte. Er holte auch einige seiner Jagdkameraden ins Boot, die auf einem großen Wagen die heimischen Wildarten präsentierten. Und im vergangenen Herbst fand in seinem Hotel der erste Naturpark-Brunch in einer Naturpark-Gaststätte statt. Gemeinsam dem Restaurant Hüttenklause aus Wolfach und dem Gasthaus Schützen aus Hornberg bereitete die Mannschaft des Hirschen heimische Gaumenfreuden zu. Den Brunch begleitete ein Pop-Duo mit dezenter Live-Musik. Im nächsten Jahr soll es wieder einen Naturpark-Brunch im Hause geben. „Es war sehr viel Arbeit, aber es hat sich gelohnt“, resümiert der Hirschen-Wirt.

Hotel Hirschen
Schwarzwaldstraße 2-3, 77709 Oberwolfach
Telefon +49 (0) 7834 837 – 0
info@hotel-hirschen-oberwolfach.de
www.hotel-hirschen-oberwolfach.de

(Fotos: Jessica Alice Hath, Norbert Springmann, Landidyll Hotel Hirschen Oberwolfach, Video: Stefan Dangel)