Natur & Landschaft Naturpädagogik

Naturpark-Entdeckertage im Winter für Kinder

Naturpark-Entdeckertage am Infozentrum Kaltenbronn
Die Kinder der Wilhelmsschule Bad Wildbad freuten sich über spielerisches Lernen im Schnee.

Dass die Natur auch im Winter Spannendes zu bieten hat, lernten 20 Kinder aus der Klasse 4a der Wilhelmschule Bad Wildbad am 4. Februar im und ums Infozentrum Kaltenbronn. Das Versicherungsunternehmen CosmosDirekt ist neuer Partner des Verbandes Deutscher Naturparke (VDN) und unterstützt im Rahmen eines Sponsorings deutschlandweit über 40 Naturpark-Entdeckertage, die Naturparke in Kooperation mit Schulen oder Kitas in den Winterwochen durchführen. Ziel des Projektes ist es, Kindern den Zugang zur Natur zu ermöglichen und Informationen über die Natur erlebnisorientiert zu vermitteln.

Die Wilhelmsschule ist Naturpark-Schule. Das bedeutet, dass die Kinder an Unterrichtsmodulen in „moderner Heimatkunde“ außerhalb des Klassenzimmers teilnehmen – zum Beispiel in der freien Natur, wie an diesem Tag: ein herrlicher, sonniger, aber auch frostiger Wintertag mit einem halben Meter Schnee auf dem Kaltenbronn. Doch zunächst lernten die Kinder in einem der warmen Ausstellungsräume des Infozentrums Kaltenbronn. Das Thema waren Tiere im Winter.

Wie unterscheidet man die Spuren von Fuchs, Wolf und Hund?

Naturpark-Umweltpädagogin Manuela Riedling zeigte den Viertklässlern beispielsweise ein Sommer- und ein Winterfell des Rehs. Die Kinder durften die Felle anfassen und fühlen, wie dicht und warm das Winterfell im Unterschied zum Sommerfell ist. Die Umweltpädagogin zeigte und erklärte, woran man die Fußabdrücke welchen Tieres erkennt und wie man beispielsweise die Spuren von Fuchs, Hund und Wolf unterscheidet. Außerdem lernten die Kinder die Unterschiede zwischen Winterruhe, Winterschlaf und Winterstarre kennen. An den Auerhuhnpräparaten in der Ausstellung konnten die Kinder sehen, dass die Vögel im Winter seitliche Hornstifte an den Zehen ausbilden, die ein Einsinken im Schnee verhindern.

Dann ging es hinaus in die Winterlandschaft. Um die Überlebensstrategien von Tieren in der winterlichen Kälte zu demonstrieren, sollte jedes Kind ein Plastikdöschen mit heißem Wasser so verstecken, dass es möglichst wenig Wärme verliert. Nach fünf Minuten sollten die Kinder ihre Döschen wieder aus den Verstecken holen und Manuela Riedling maß die Wassertemperatur. Und es zeigte sich: „Tiere“, die direkt im Schnee versteckt wurden, sind auf unter fünf Grad Celsius gefallen, Tiere mit Polsterung durch Zweige und andere Materialien blieben wärmer.

Kälte ist für Tiere oft gefährlicher als ein geringes Nahrungsangebot

Wenn Tiere im Winter von Menschen, die nicht auf den Wegen bleiben, aufgescheucht werden, bedeutet das Stress und Energieverlust. Die Kinder konnten das am eigenen Leib testen: Auf ein Händeklatschen mussten sich die Schüler schnell im Wald verstecken, und das dreimal nacheinander. Sie kamen ganz schön aus der Puste und lernten so, dass man Tiere im Winter nicht stören darf.

Beim Eichhörnchenspiel versteckten die Kinder jeweils zehn Nüsse, die sie innerhalb einer bestimmten Zeit wiederfinden und zurückbringen mussten. „Eichhörnchen“, die zu wenig Nüsse fanden, waren sehr geschwächt, welches keine fand, war „verhungert“. Nur drei der Eichhörnchen hätten den Frühling erlebt. In der Natur kann in strengen Wintern die Hälfte der Eichhörnchen verhungern, wenn sie sich nicht die Verstecke merken können.

Spuren und Fährten sind nicht dasselbe

Unterwegs bekamen die Viertklässler ein Bestimmungsblatt und suchten damit Tierspuren. Sie lernten ein wenig Jägersprache und damit den Unterschied von Spuren, die zum Beispiel Fuchs und Hase hinterlassen, und Fährten von „Schalentieren“ wie Reh, Hirsch und Wildschwein.

Zum Schluss ging es nochmals um die Winterstrategie des Auerhuhns. Die besagten Hornstifte an den Zehen der Vögel wirken wie Schneeschuhe. Die Kinder bekamen dicht gepackte Tannenzweige an die Schuhe geschnallt und testeten die Schneeschuh-Wirkung. In schneereichen, sehr kalten Nächten graben sich die Hühnervögel Schneehöhlen. Die Kinder bauten Schneehöhlen nach.

Naturpark-Entdeckertage kommen gut bei den Kindern an

Die Schülerinnen und Schüler waren begeistert. Am besten kam das Bauen der Schneehöhlen an. Und was am meisten hängen blieb, war, wie sehr sich Störungen durch den Menschen auf die Wildtiere auswirken.

Im Rahmen der Naturpark-Entdeckertage können mit Unterstützung des Versicherungsunternehmens CosmosDirekt bis Ende Februar 2019 Schulen und Kitas in Naturparken auf Entdeckungsreise gehen. Was die Kinder dabei alles erlebt und entdeckt haben, könnt ihr in Kürze auf www.naturparke.de/entdeckertage nachlesen.

(Fotos: Stefan Dangel/Naturpark)

8.2.2019