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Schwarzwald-Guides auf dem Auerhahnweg unterwegs

Auerhahnweg in Schramberg-Tennenbronn
Schwarzwald-Guide Martin Grießhaber beschreibt am Balzplatz das Verhalten der Auerhähne.

Schwarzwald-Guides geführt von einem Schwarzwald-Guide – die Touren unserer Naturführer sind so gut, dass sich auch ihre Kolleginnen und Kollegen dafür interessieren. Eine Gruppe von ihnen traf sich bei Schwarzwald-Guide Kollege Martin Grießhaber in Schramberg- Tennenbronn, um gemeinsam den „Auerhahnweg“ zu erkunden. Der Auerhahnweg ist ein Premiumweg und Schwarzwälder Genießerpfad. Er führt auf 10,5 Kilometern auf meist naturbelassenen Wegen durch Wälder und über idyllische Wiesenpfade. Unterwegs gibt es viele beeindruckende Fern- und Ausblicke.  

Natürlich ist die Tour nicht nur für Schwarzwald-Guides, sondern für alle! Für euch vielleicht ein guter Ausflugstipp zum langen Wochenende? An zahlreichen Stationen bekommen Wanderer auf dem Auerhahnweg Informationen zur Geschichte des Auerhuhns im Schwarzwald und erfahren historische Details und Geschichten aus Tennenbronn. Da Martin Grießhaber zusammen mit dem örtlichen Schwarzwaldverein maßgeblich an der Konzeption und Gestaltung des Themenweges beteiligt war, konnte er seinen Kollegen lebhafte Einblicke vermitteln. Die Auerhahnbalz, die Heidelbeere und Kiefernnadeln als bevorzugte Nahrung, das Auerhahnnest und das rasante Wachstum der Jungtiere waren nur einige der Themen, die er bei der Wanderung behandelte.

Auerhuhn stark gefährdet

Das Auerhuhn war Anfang des  20. Jahrhunderts im Schwarzwald noch weit verbreitet. Allein in Tennenbronn zählte man über 50 Paare. Begünstigt durch die weiten Höhen und lichten Waldformen war die Gegend rund um Tennenbronn zu dieser Zeit ein bevorzugtes Gebiet der Fürstlich Fürstenbergischen Auerhahnjagd. Heute gibt es dort leider keine Auerhühner mehr – obwohl die Lebensbedingungen für den größten Hühnervogel Europas dort gut wären. Auch im gesamten Schwarzwald ist das Auerhuhn selten geworden und steht unter strengem Schutz. Um geeigneten Lebensraum, so genannte Habitate, zu schaffen, werden Flächen gezielt offen gehalten. Zum Schutz des Auerhuhns hat schon 2008 das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz den „Aktionsplan Auerhuhn“ erstellt. Sein Ziel ist es, im Schwarzwald wieder eine stabile Auerhuhn-Population von rund 600 Tieren zu etablieren. Vielleicht kehrt so das Auerhuhn eines Tages auch nach Tennenbronn zurück. Leider sind 2018 im ganzen Schwarzwald nur noch 167 Hähne gezählt worden.

„LüfüKü im PKW“

Darüber hinaus ist der Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord Partner beim Projekt „Lücken für Küken im Privat- und Kommunalwald“, das mehr Lebensraum für den Schwarzwälder Charaktervogel schaffen soll. Insider kürzen den Projektnahmen mit „LüfüKü im PKW“ ab. Der Naturpark hat eigens einen Experten eingestellt, der bei Gemeinden und privaten Waldbesitzern Flächen akquiriert, die in Auerwild-Habitate umgewandelt werden sollen. Konkret heißt das, dass im Wald ein Netz von Freiflächen entstehen soll, auf denen zum einen die Hauptnahrung der Auerhühner, nämlich Heidelbeeren, gedeihen. Zum anderen kann sich der Vogel mithilfe solcher „Trittsteine“ weiter verbreiten. Ein Ziel ist auch, dass sich die Populationen von Nord- und Südschwarzwald vermischen können.

Schwarzwald-Guides lernen auf dem Auerhahnweg voneinander und übereinander

Die Schwarzwald-Guides dankten Martin Grießhaber für die informative Wanderung zum Thema Auerhuhn. Sie waren sich einig, wie wichtig es ist, dass man sich im kollegialen Kreis über Fachthemen austauschen kann. So lernt man dabei die Besonderheiten der jeweiligen Region kennen. Darüber hinaus kommen die Geselligkeit und das Miteinander nicht zu kurz.

Als besonders geschulte Landschaftsführer bieten Schwarzwald-Guides Entdeckertouren in ihrer jeweiligen Region an. Sie machen Naturphänomene für Gäste wie Einheimische erlebbar und spürbar. Das Programm mit den Touren aller Schwarzwald-Guides ist bei den Touristikinformationen oder über die Webseite des Naturparks Schwarzwald Mitte/Nord unter www.naturparkschwarzwald.de abrufbar.

Näheres zum Auerhahnweg lest ihr auch in unserem Blogbeitrag.

(Fotos: SWG, Dangel/Naturpark, pixabay)