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So überwintern Wildbienen

So überwintern Wildbienen
Die Graue Sandbiene baut ein unterirdisches unterirdisches Nest in bis zu 25 cm Tiefe.

November – auf unseren naturnahen Wildblumenwiesen sind nur noch wenige Insekten zu sehen. Viele haben sich zum Überwintern zurückgezogen. Während die Honigbiene im Bienenstock bleibt, haben die meisten Wildbienen keine wärmende Gemeinschaft. Also brauchen sie andere Strategien, um die kalte Jahreszeit zu überstehen.

Die Winterquartiere der Wildbienen

In Deutschland gibt es – noch – über 560 Arten von Wildbienen. Einige Arten, wie die Blauschwarze Holzbiene, verkriechen sich in oberirdischen Verstecken wie Höhlen und Spalten. Andere, wie die Keulhornbienen, suchen sich ein Versteck in Pflanzenstängeln. Die markhaltigen Stängel der Brombeere oder des Holunders sind besonders beliebt. Tatsächlich überwintert jedoch nur ein kleiner Teil der adulten Wildbienen. Die meisten Arten legen im Sommer ihre Eier im Boden oder in Pflanzenstängel ab. Nur der Nachwuchs überwintert dann als Puppe in seinem Nest und schlüpft im folgenden Frühjahr oder Frühsommer. Mit freien Bodenstellen, Totholz und abgestorbenen Pflanzenstängeln kann den Wildbienen beim Überwintern geholfen werden. Wichtig ist allerdings, dass die Wildbienen eine Bruchstelle finden und die Pflanzen bis ins Frühjahr stehen bleiben. 

So überwintern Wildbienen
Die Blauschwarze Holzbiene fällt durch ihre schwarzblaue Färbung auf und sucht sich zum Überwintern ein oberirdisches Versteck z. B. in einer Mauerspalte.

Projekt Blühende Naturparke in ganz Baden-Württemberg

Ziel des Projekts Blühende Naturparke ist es, durch die Anlage von Wildblumenwiesen für Insekten ganzjährig Lebensraum und ein reichhaltiges und vielfältiges Nahrungsangebot zu schaffen. Neben der Anlage naturnaher Wildblumenwiesen werden die Projektteilnehmer auch zur ökologischen Pflege der Flächen geschult. „Nun im Winter sollten die abgestorbenen Pflanzenstängel stehen gelassen werden, um den Insekten Unterschlupf zu bieten“, so Julia Mack, Projektmanagerin und Biologin.

 Jeder Quadratmeter zählt

Im Rahmen des Sonderprogramms des Landes zur Stärkung der biologischen Vielfalt startete das Projekt Blühende Naturparke dieses Jahr und lässt die sieben Naturparke Baden-Württembergs aufblühen. Hintergrund des Projekts ist der drastische Rückgang der bestäubenden Insekten infolge von Nahrungsquellen- und Lebensraumverlust durch intensive Bodennutzung. Durch das Projekt wurden in Baden-Württemberg insgesamt schon rund 500 Flächen mit standortangepassten, regionalen und mehrjährigen Wildblumensamen eingesät und anschließend ökologisch gepflegt. Das Projekt richtet sich an alle Flächenbesitzer wie Städte und Gemeinden, Unternehmen, Landwirte oder Privatleute. „Dabei setzen wir seit Projektstart auf mehrjähriges, regionales Saatgut, um die Flächen nachhaltig aufzuwerten“, so Manfred Kraft, Projektleiter und Obmann für Bienenweide. Zur Vorbereitung laden die Mitarbeiter der Projektgruppe „Blühende Naturparke“ regelmäßig zu Fachveranstaltungen ein, nehmen Flächenmeldungen entgegen und beraten die Flächenbesitzer und Gemeinden vor Ort zur Vorbereitung und Pflege der Böden. Die Einsaaten werden, wenn möglich, mit Kindergärten und Schulklassen organisiert.

So überwintern Wildbienen
Die Gehörnte Mauerbiene überwintert oberirdisch, z. B. in den Röhrchen einer Nisthilfe.

Das Land Baden-Württemberg hat sich mit dem „Sonderprogramm zur Stärkung der biologischen Vielfalt“ zum Ziel gesetzt, den Artenreichtum in Schutzgebieten, aber vor allem in der vom Menschen genutzten Kulturlandschaft, zu stärken. Im Rahmen dieses Sonderprogramms wird das Projekt „Blühende Naturparke“ vom Land in den Jahren 2018 und 2019 mit 370 000 Euro unterstützt. Im Zuge dessen wird es zu einem gemeinsamen Projekt aller sieben Naturparke. Der Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord hat mit seiner Projektgruppe Blühende Naturparke hierfür die Federführung übernommen.

(Fotos: FCerez/Shutterstock, pixabay)