Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord

Tierporträt Buntspecht Kurz vor Weihnachten startete unsere neue Webseite www.naturpark-detektive.de, die Kinder vom Netz in die Natur führen will. Wir stellen euch die realen Verwandten der drei Detektive Dr. Berthold Buntspecht, Fabio Fuchs und Wally Wildschwein vor. Heute starten wir mit dem Buntspecht. Glücklicherweise gehört er nicht zu den gefährdeten Arten, er...

Tierporträt: Naturpark-Detektiv Buntspecht

Kurz vor Weihnachten startete unsere neue Webseite www.naturpark-detektive.de, die Kinder vom Netz in die Natur führen will. Wir stellen euch die realen Verwandten der drei Detektive Dr. Berthold Buntspecht, Fabio Fuchs und Wally Wildschwein vor. Heute starten wir mit dem Buntspecht. Glücklicherweise gehört er nicht zu den gefährdeten Arten, er ist der häufigste Specht in unseren Wäldern. Und nicht nur dort.

Wer im Wald spazieren geht, hört oft sein Hämmern oder Klopfen. Er trommelt immer nur kurz, aber dafür recht häufig. Sein lateinischer Name „Dendrocopos major“ bedeutet denn auch nichts Anderes als „großer Baumhämmerer“. Man findet den Buntspecht aber nicht nur im Laub-, Misch- oder Nadelwald, sondern auch in Parks oder in Gärten – überall, wo es große Bäume gibt. Deshalb findet er sich auch gerne mal am Futterhäuschen oder am Meisenknödel in Privatgärten ein.

Vogel des Jahres 1997

Der hübsche Waldbewohner mit seinem schwarz-weiß-roten Federkleid war im Jahr 1997 Vogel des Jahres. Der NABU hat ihn damals deshalb gewählt, weil er als häufigster heimischer Specht Symbolvogel für unsere Wälder sein soll – lebendige Wälder mit vielen unterschiedlichen und vor allem auch alten Bäumen. Er ist mit rund 23 Zentimetern in etwa amselgroß, seine Flügelspannweite beträgt zwischen 24 und 39 Zentimeter. Er ist rund 80 Gramm schwer und wird ungefähr zehn Jahre alt.

Warum hämmert der Buntspecht?

Natürlich zur Nahrungssuche. Er weiß, wo er die besten Käferlarven findet. Nicht umsonst ist er Naturpark-Detektiv geworden. Er klopft den Stamm mal hier, mal da ab und mit ein paar gezielten Schnabelhieben holt er die Larven unter der Rinde hervor. Doch selbstverständlich setzt er seinen Hammerschnabel auch ein, um eine Wohnhöhle für den Nachwuchs zu zimmern. Dazu bevorzugt er alte, teils morsche Bäume. Hat er sich erst einmal von außen durch da gesunde Holz gearbeitet, fällt es ihm leichter, im darunter liegenden faulen Material die Höhle schnell zu vergrößern.

Wohnraum für andere Tiere

Beim Nestbau wechseln sich Männchen und Weibchen ab. Nestbau ist nicht ganz korrekt, denn der Buntspecht baut kein richtiges Nest wie andere Vögel. Er lässt einfach Holzspäne am Grund seiner Höhle liegen – ein weicher und gleichzeitig saugfähiger Untergrund für die Jungvögel. Kurioserweise baut der Buntspecht mehr Höhlen als er selbst braucht. So finden auch andere Tiere wie Käuze, Meisen, Fledermäuse oder Siebenschläfer eine Behausung. Und das nicht nur in den überzähligen, sondern auch in den vom Specht verlassenen Höhlen.

Kommunikative Trommelwirbel

Vor allem aber ist das Hämmern ein Kommunkationsmittel. Für ihre kurzen Trommelwirbel suchen sie sich Äste oder Stämme mit guter Resonanz, schrecken aber auch manchmal vor Dachrinnen und anderen laut tönenden menschlichen Gegenständen nicht zurück. So teilen sie anderen Buntspechten mit: Hallo, hier bin ich! Hier ist mein Zuhause! Oder: Suche ledigen Geschlechtspartner zwecks Paarung! Denn sowohl die Männchen als auch die Weibchen trommeln. Dabei sind die Trommelwirbel der Männchen etwas länger als die der Weibchen. In zwei Sekunden hämmern sie bis zu 20-mal.

Lebensabschnittspartner…

Ältere erfahrene Weibchen pflegen die so genannte Polyandrie. Sie brüten zuerst mit einem älteren Männchen die Erst-, dann mit einem jüngeren Männchen eine Zweitbrut. Bei beiden Bruten kümmert sich das Weibchen gemeinsam mit dem Männchen um Brut-, Schlupf- und Huderphase . Später überlässt es die Aufzucht der Zweitbrut dem zweiten Vater. Das Weibchen legt vier bis sieben weiße Eier, die rund elf bis 13 Tage lang ausgebrütet werden. Bis die Jungen flügge werden, dauert es etwa drei bis vier Wochen. Sie zetern ununterbrochen, deshalb ist es oft leicht, eine Spechthöhle zu entdecken.

Vielfältiger Speisezettel

Meist frisst der Buntspecht Insekten und ihre Larven, die er unter der Borke hervorholt. Wenn diese Nahrung im Winter knapp wird, steigt er um auf Nüsse, Beeren und Samen. Fürs Nüsseknacken nutzt er so genannte Spechtschmieden: Er klemmt die Nüsse oder auch Zapfen in Astspalten, um sie aufzupicken. Alternativ oder zusätzlich kommt er ans Futterhäuschen und die Meisenknödel in Gärten.

Der Buntspecht bleibt in unseren Breiten

Sein Verbreitungsgebiet ist in ganz Europa sowie Nord- und Ostasien. Grundsätzlich ist er ein Standvogel, also das ganze Jahr heimisch. Gelegentlich verlässt er im Winter auch sein Brutgebiet, macht aber keine Wanderungen nach Süden, sondern sucht sich etwas wärmere Regionen in denselben Breiten oder auch menschliche Siedlungen. Man spricht dann nicht von Zug-, sondern von Strichvögeln.

Naturpark-Detektiv Dr. Berthold Buntspecht

Auf der Seite der Naturpark-Detektive ist Dr. Berthold Buntspecht das „Superhirn“ des Trios. Er erklärt Interessantes und Wissenswertes – immer passend zur Jahreszeit – über die Natur und ihre Bewohner im „Detektive-Wiki“. Näheres zu den Naturpark-Detektiven erfahrt ihr auch hier.

(Fotos: Oldifan, Cock-Robin, artemtation, ginger, Carola68, Monikas_Wunderwelt, phr159, Alexas_Fots, susann_p4, Erik Karits – alle pixabay)

8.1.2021

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