Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord

Tiersteckbrief Fuchs Rotfuchs Heute stellen wir das drittgrößte Raubtier unserer Wälder nach Wolf und Luchs vor: den Fuchs. Er gilt als schlau. Nicht umsonst heißt einer der Naturpark-Detektive Fabio Fuchs. Er ist äußerst anpassungsfähig und kommt beileibe nicht nur im Wald vor. Er ist ja wirklich ein hübsches Tier. Der Fuchs hat leider trotzdem...

Tiersteckbrief: Naturpark-Detektiv Fuchs

Heute stellen wir das drittgrößte Raubtier unserer Wälder nach Wolf und Luchs vor: den Fuchs. Er gilt als schlau. Nicht umsonst heißt einer der Naturpark-Detektive Fabio Fuchs. Er ist äußerst anpassungsfähig und kommt beileibe nicht nur im Wald vor.

Er ist ja wirklich ein hübsches Tier. Der Fuchs hat leider trotzdem ein negatives Image. Fabeln und Märchen stellen ihn oft als falsch, hinterlistig, gefährlich oder räuberisch dar. Aber auch in der Wirklichkeit ist er bei vielen nicht beliebt und ist der Alptraum für Geflügel- und Kleintierzüchter. Auch Jäger sehen in ihm einen Konkurrenten. Außerdem wird ihm nachgesagt, er übertrage Krankheiten wie Tollwut und Fuchsbandwurm. Allerdings muss klar gesagt werden: Die Tollwut ist in Deutschland ausgerottet und Fälle von Fuchsbandwurm bei Menschen sind sehr selten. Wie letzterer übertragen wird, ist sowieso nicht gänzlich erforscht.

Jäger, Sammler, Allesfresser

Der Fuchs ist eben ein Raubtier, das auch von Fleisch lebt. Als solches, auch als gelegentlicher Aasfresser, spielt er eine wichtige Rolle für die Artenvielfalt und das Gleichgewicht in der Natur. Mäuse sind seine hauptsächliche Jagdbeute, doch er kann auch Hasen, größere Vögel wie Enten und Gänse sowie junge oder kranke Rehe reißen. Doch insgesamt er ist ein anspruchsloser Allesfresser. Er liebt süße Früchte wie Steinobst und Beeren. Weil er so anpassungsfähig und schlau ist, hat er sich in vielen Großstädten angesiedelt, wo er Mülleimer durchwühlt und sich manchmal an Vogel- und Katzenfutter vergreift. Gleichzeitig jagt er aber auch Ratten, Mäuse und Vögel. Für den Menschen stellt er keine Gefahr dar. Umgekehrt kann er in der Stadt nicht gejagt werden und hat keine große Scheu vor Menschen mehr. Deshalb kann man ihn dort auch am helllichten Tage beobachten. Einzig der Autoverkehr bedeutet eine Gefahr für ihn.

Der Fuchs ist ein Familientier

Füchse galten lange als Einzelgänger, die ihre Territorien gegen Artgenossen verteidigen. Sie jagen zwar einzeln, inzwischen weiß man aber, dass sie in Familiengruppen leben und ein kompliziertes Sozialleben mit unterschiedlichen Rängen haben. Meist bilden ein Rüde und eine Fähe die Grundlage der Gruppe. Bei niedriger Sterblichkeit bleibt ein Paar oft ein Leben lang zusammen. Bei höherer Mortalität findet ein häufiger Wechsel statt. Rüden und Fähen paaren sich dann in einer Gruppe auch mit mehreren Partnern.

Seltsame Wohngemeinschaften

Sie wohnen, wer hätte es gedacht, in einem Fuchsbau. Allerdings graben sie ihn nicht immer selbst. Oft ziehen sie in verlassene Dachshöhlen ein. Oder sie bauen einen Kaninchenbau aus. Es kommt auch vor, dass sie mit Dachsen eine ungewöhnliche Wohngemeinschaft bilden. Noch ungewöhnlicher ist, dass sie sich manchmal einen Bau mit Kaninchen oder Brandgänsen teilen. In diesen Fällen leben sie friedlich mit ihren eigentlichen Beutetieren zusammen. Verhaltensbiologen nennen dieses Phänomen „Burgfrieden“. Stadtfüchse wiederum ziehen ihre Jungen oft in Gebäuden, Schuppen oder Garagen auf, aber auch in oder unter Sandhaufen, Komposthaufen oder Holzstößen.

Hundeartig, aber kein Hund

Füchse werden mit zehn Monaten geschlechtsreif und paaren sich einmal im Jahr. Während der Rüde von Dezember bis März befruchtungsfähig ist, ist es die Fähe nur zwei bis drei Tage lang im Januar oder Februar. Übrigens: Obwohl der Fuchs zur Familie der Hundeartigen gehört, kann er sich nicht mit Hunden fortpflanzen. Denn er hat nur etwa halb so viele Chromosomen wie ein Hund. Eine geschwängerte Fähe bekommt nach rund 50 Tagen vier bis sechs Junge. Die Welpen kommen mit geschlossenen Augen zur Welt und öffnen sie nach zwölf bis 14 Tagen. Die Mutter säugt sie vier bis sechs Wochen lang. So lange versorgt sie hauptsächlich der Rüde mit Nahrung. Nach etwa vier Wochen verlassen die Welpen zum ersten Mal den Bau. Dann haben sie ihr graubraunes Babyfell bereits durch das klassische Fuchsrot ersetzt.

„Lunte“ als Steuerruder

Füchse sind eher leichtgewichtig. Männchen wiegen im Schnitt 5,5 bis 7,5 Kilogramm, Weibchen ein Kilo weniger. Rüden werden 65 bis 75 Zentimeter lang, mit ihrem langen, buschigen Schwanz bis zu einem Meter bis 1,20 Meter, Fähen 62 bis 68 Zentimeter ohne und 98 bis 110 Zentimeter mit Schwanz. Die Schwanzlänge beträgt also rund ein Drittel der Körperlänge. Von Jägern „Lunte“ genannt, ist der Schwanz nicht nur schön anzusehen, sondern hat auch wichtige Funktionen: um beim Klettern und Balancieren das Gleichgewicht zu halten, um zu kommunizieren oder die Wärme zu regulieren.

Der Fuchs kommt mit all seinen Arten und Unterarten auf allen Erdteilen außer der Antarktis vor, der häufigste Vertreter der Gattung ist „unser“ Rotfuchs – in Mitteleuropa auch die einzige Art. Eurasien hat er von Irland bis zur Beringstraße in Ostsibirien besiedelt. Sein Lebensraum sind Wälder, Grasland, Äcker – oder eben auch Siedlungsgebiete wie Städte.

Und nicht zuletzt kommt er als Fabio Fuchs auf unserer Kinderseite „Naturpark-Detektive“ vor.

(Fotos: pixabay, Peter Stoll, Cartoons: Zeitwerk GmbH)

15.1.2021

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