Besuch im Backhäusle auf dem Biolandhof Reiser in Straubenhardt / Mit Tipps, Tricks und Rezepten zum Nachbacken.

Kulturlandschaft prägt den Schwarzwald – Biolandhof Reiser
Das, was den Schwarzwald prägt, ist die vielseitige Kulturlandschaft. Also die Landschaft, die von Menschen gestaltet und bewirtschaftet wird. Besonders wichtig sind dabei die Landwirtinnen und Landwirte. Denn sie sorgen mit ihren Äckern, Streuobstwiesen, Weiden und Tieren dafür, dass die Landschaft offenbleibt und nicht komplett bewaldet ist. Durch ihre Arbeit gestalten sie die Landschaft – leben in, mit und von ihr.


Diese Passion lebt die Familie Reiser auf ihrem Biolandhof in Straubenhardt. Für ihre nachhaltige Lebens- und Wirtschaftsweise hat sie der Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord als Naturpark-Partner ausgezeichnet. Auf dem Reiser-Hof können Gäste den Schwarzwald auch schmecken. Zum Beispiel beim jährlichen Naturpark-Brunch auf dem Bauernhof am ersten Augustsonntag, über die beiden Hof-Automaten, bei einem Backkurs mit anschließendem Vesper oder am letzten Freitag eines jeden Monats. Denn da ist Backtag.
Es ist wohlig warm im roten Backhäusle von Elke und Horst Reiser. In der Luft liegt ein leicht süßlich-säuerlicher Hefegeruch. Den Teig für das Buttermilchbrot und die Hefezöpfe hat Elke Reiser schon am Vorabend aufgesetzt, damit er ausreichend Zeit hat zu gehen. Um 3 Uhr nachts ist ihr Mann Horst aufgestanden, um den Ofen mit Holz anzufeuern.
Backen – besondere Atmosphäre und frischer Duft nach Brot
„Das, was das Backen ausmacht, sind die besondere Atmosphäre und der Duft“, sagt Elke. Horst nickt: „Die Brotlaibe in den Ofen einzuschießen und nach einer halben Stunde die fertigen Brote herauszuholen – das ist schon was Schönes“, ergänzt er. Elke lacht herzlich und merkt mit einem Zwinkern an: „Da hilft sogar mein Mann beim Backen mit!“ Weizen und Roggen fürs Mehl sowie die frisch gelegten Eier kommen direkt vom Hof. Das Getreide pflanzt die Familie auf einer Fläche von 15 Hektar an. Ein großer Teil der Ernte wird in einer nahegelegenen Mühle weiterverarbeitet. Etwa drei Tonnen Mehl macht das pro Jahr.
Elke legt die Brotlaibe einen nach dem anderen aus den mit Mehl bestäubten Körbchen auf einen Holzschieber. Horst schießt sie in den Ofen. Währenddessen knetet Sohn Raphael den Teig für die Hefezöpfe – passioniert und kraftvoll. Anschließend rollt er drei gleich lange Stangen aus und beginnt zu flechten. Auf dem Blech bestreicht Raphael die Hefezöpfe mit Eigelb. Dann streut Elke Mandelsplitter auf das hellgelb glänzende Gebäck.
Kaum hat Horst die fertigen Brote aus dem Ofen geholt, schnappt sich Emilia einen Laib. Sie hat mir ihrem Vater und Bruder als Feriengast auf dem Hof übernachtet. Beim Backen hat Emilia aufmerksam zugeschaut. Jetzt will sie probieren. „Ich habe einfach nur Butter und Salz aufs Brot gemacht. Es ist schön warm, ganz frisch und schmeckt richtig gut!“, sagt die Elfjährige aus Pforzheim. Genau diese Freude für den Wert regionaler Produkte ist es, die Elke und Horst Reiser als Landwirte an ihre Gäste weitergeben wollen.
Hier können Sie im Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord
regional einkaufen und genießen
- Naturpark-Märkte
- Naturpark-Wirte
- Naturpark-Genuss-Messe
- Naturpark-Brunch auf dem Bauernhof
- Naturpark-Brot
- Wildschwein-Spezialitäten
Mehr Infos gibt’s auf der Internetseite des Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord
Die Rezepte von Elke vom Biolandhof Reiser in Straubenhardt

Buttermilchbrot
Zutaten:
- 1 kg Weizenmehl Typ 1050
- 100 g Roggenmehl Typ 1150
- 1/2 Würfel Hefe
- 500 ml Buttermilch
- 300 ml Wasser
- 25 g Salz
- 1 TL Brotgewürz
Zubereitung: Hefe in lauwarmem Wasser zerbröseln. Etwas Mehl unterrühren und gehen lassen bis der Teig Blasen wirft. Mehl und Salz in einer Schüssel vermengen und restliche Zutaten hinzugeben. Teig gut durchkneten. Der Teig sollte keinem Luftzug ausgesetzt sein und bei Zimmertemperatur gehen. Elke bereitet den Teig immer am Vorabend des Backtages vor, sodass dieser über Nacht abgedeckt gehen kann.
Vor dem Backen sollte der Brotteig nochmals 10 bis 15 Minuten durchgeknetet werden. Wenn der Teig schmatzt, hat er die perfekte Konsistenz. Den fertigen Teig in ein Körbchen legen und unter einem Tuch weitere 30 Minuten gehen lassen. Bei 220 °C bei Ober- und Unterhitze in den Ofen schieben. Nach zehn Minuten auf 200 °C herunterschalten. Nach 25 bis 30 Minuten den fertigen Brotlaib aus dem Ofen holen und abkühlen lassen.



Hefezopf:
Zutaten:
- 1 kg Weizenmehl Typ 550
- 1 Ei
- 160 g Margarine
- 160 g Zucker
- 1 TL Salz
- 1,5 Würfel Hefe
- 500 ml Milch
- 1/2 Becher Schmand
- Rosinen und Mandelstifte nach Bedarf
Zubereitung: Die Hefe zerbröselt in etwas lauwarmer Milch auflösen und einen Teelöffel Zucker hinzugeben. In einer großen Schüssel Mehl und Salz vermengen. Achtung: Das Salz und die Hefe sollten nicht direkt miteinander in Kontakt kommen. Den restlichen Zucker, Milch, Schmand, Ei und Margarine hinzugeben. Bei Bedarf Rosinen in den Teig mischen. 10 bis 15 Minuten durchkneten und anschließend abgedeckt gehen lassen. Auch diesen Teig bereitet Elke bereits am Vorabend zu.
Den Teig vor dem Backen nochmals gut durchkneten, in drei Stränge teilen und flechten. Eine Stunde unter einem Tuch gehen lassen. Dann den Zopf mit Eigelb bestreichen. Bei Bedarf mit Mandelstiften verzieren. Bei Ober- und Unterhitze bei 180 °C in den Ofen schieben und 30 bis 40 Minuten backen.





Text/Fotos: Gundi Woll
JN/ 26.11.2025




