Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord

Wildblumenwiese Schritt 1 - Saatgutauswahl Der nächste Frühling kommt bestimmt! Wer etwas für die notleidenden Insekten und damit auch für unsere Nutz-, Zier- und Wildpflanzen tun will, kann jetzt schon etwas tun: vorbereiten! Ob eigenes Grundstück oder Garten, Balkonkasten oder Blumentopf - wer eine heimische Wildblumenwiese wachsen lässt, tut etwas Gutes! Heute geht es um...

Wildblumenwiese Schritt 1 - jetzt schon dran denken!

Der nächste Frühling kommt bestimmt! Wer etwas für die notleidenden Insekten und damit auch für unsere Nutz-, Zier- und Wildpflanzen tun will, kann jetzt schon etwas tun: vorbereiten! Ob eigenes Grundstück oder Garten, Balkonkasten oder Blumentopf – wer eine heimische Wildblumenwiese wachsen lässt, tut etwas Gutes! Heute geht es um Schritt 1 auf dem Weg zur Wildblumenwiese: die Saatgutauswahl.

In unserem Projekt „Blühender Naturpark“ suchen wir für jedes Frühjahr und jeden Herbst Partner, die bereit sind, Flächen für Wildblumenwiesen mit heimischen Pflanzensorten zur Verfügung zu stellen. Dazu sind meist Gemeinden, Unternehmen oder Landwirte eingeladen. Aber auch Privatpersonen mit Gärten oder sonstigen „grünen“ Grundstücken beraten und unterstützen wir gerne. Und selbstverständlich gibt es bei uns auch Wildblumensamen für den heimischen Balkonkasten oder Blumenschmuck vor dem Fenster.

Weshalb Wildblumenwiese?

Ihr wisst, warum wir das tun: Thema Insektensterben. Unsere Bienen, Schmetterlinge, Fliegen, Käfer sind in den letzten Jahrzehnten drastisch um bis zu 80 Prozent zurückgegangen. Neben der Umweltbelastung mit chemischen Stoffen leiden sie vor allem an einem Mangel an Lebensraum und damit auch an Futter. Sie benötigen dringend viel mehr Blüten an Blumen, Sträuchern und Bäumen, zudem Nistmöglichkeiten auf ungefährdetem Gelände. Und da helfen nicht hübsche, bunte, exotische Samenmischungen aus dem Handel – es müssen HEIMISCHE Wildblumensorten sein, die natürlicherweise dort vorkommen, wo die Samen ausgebracht werden. Die Insekten, vor allem Wildbienen, sind nämlich auf das angewiesen, was sie kennen und worauf sie spezialisiert sind.

Projekte zur Rettung der Insekten

Dafür haben wir im Jahr 2016 das Projekt „Blühender Naturpark“ aufgesetzt. Mittlerweile haben wir gemeinsam mit den unterschiedlichsten Partnern 220.000 Quadratmeter neue Wildblumenwiesen geschaffen. Es muss noch sehr viel mehr werden – jeder Quadratmeter, jede Blüte zählt.

Einer unserer wichtigsten Partner ist hierbei die Volksbank Lahr. Sie unterstützt in ihrem Geschäftsgebiet das Projekt „Blühender Naturpark“ und die ganze gute Sache mit ihrem eigenen Projekt „Unsere Region blüht und summt„. Dabei arbeiten wir eng zusammen. Wir unterstützen die Volksbank mit Know-how, Informationen und Saatgut. Damit viele neue Flächen in unserer Region entstehen können, gibt die Volksbank Lahr Starthilfe und übernimmt einen Großteil der Kosten für das hochwertige heimische Saatgut für Flächen in ihrem Vertriebsgebiet. Und Saatgut ist das Stichwirt für das Folgende.

Saatgut- und Flächenauswahl schon jetzt treffen!

Blumenwiese ist nicht gleich Blumenwiese. Welche Arten dort vorkommen, ist stark abhängig vom Standort. Vor dem Einkauf müsst ihr also erst einmal herausfinden, welches Saatgut für eure Fläche geeignet ist. Ist der Standort hell? Oder eher feucht? Und ist der Boden nährstoffreich oder nährstoffarm? Wie schon beschrieben solltet ihr beim Saatgut unbedingt auf die Herkunft achten. Gezüchtete und fremde Pflanzenarten bieten für heimische Insekten meist kein passendes Angebot an Pollen, Nektar oder Raupenfutter und sollten deshalb nicht in der Saatgutmischung enthalten sein. Achtet bei der Auswahl des Saatguts außerdem auf die Nachhaltigkeit des Nektar- und Pollenangebots. Am besten erreicht ihr diese mit mehrjährigen Pflanzenarten und einem gestaffelten Blütenangebot über das Jahr.

Eine norddeutsche Margerite gedeiht hier nicht

Gänseblümchen = Gänseblümchen und Löwenzahn = Löwenzahn? So einfach ist es leider nicht. Auch innerhalb Deutschlands wachsen die Pflanzen unter unterschiedlichen Bedingungen. Boden, Wetter, Höhenlage und viele andere Komponenten sorgen dafür, dass jede Pflanze mit der Zeit an ihr Vorkommensgebiet optimal angepasst ist. Durch die über viele Pflanzengenerationen gleichbleibenden Bedingungen sind diese Anpassungen auch genetisch verankert. So wird ein Löwenzahn aus den Alpen an der Ostsee keine guten Voraussetzungen auf der hiesigen Wildblumenwiese haben.

Hier fasst unsere Naturpark-Projektmanagerin Lilli Wahli zusammen:

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Wo gibt es Samen für die Wildblumenwiese?

Für kleinere Flächen oder Pflanzkübel bekommt ihr Samentütchen für jeweils einen oder zehn Quadratmeter in unserem Online-Shop. Für größere Flächen erhaltet ihr mehrjährige und zertifizierte Wildblumenmischungen für unsere Region zum Beispiel hier:

Wir beraten euch gerne – ruft uns an unter 07223 9577150. Für den Schwarzwald und für unterschiedliche Böden könnt ihr über uns passendes Saatgut bekommen. Besucht dazu auch unseren Wildblumenwiesenberater auf unserer Homepage.

Gesetzgeber reagiert aufs Artensterben

Was besagt das neue Bundesnaturschutzgesetz? §40 des Bundesnaturschutzgesetzes regelt das Ausbringen von Pflanzen und Tieren in unserer Natur. Es besagt, dass Pflanzen und Tiere, die in der freien Natur seit mehr als 100 Jahren nicht vorgekommen sind, nur mit einer Genehmigung ausgebracht werden dürfen. Ausgenommen von der Regelung sind Pflanzen der Land– und Forstwirtschaft, einige Tiere zum Zweck des biologischen Pflanzenschutzes und Tiere der Jagd und Fischerei. Seit dem 1. März 2020 gilt das Gesetz aber auch für Gehölze und Saatgut außerhalb ihres Vorkommensgebietes. Deutschland ist in 22 Herkunftsgebiete unterteilt. Werden Pflanzen oder Samen der Natur entnommen, eventuell vervielfältigt und sollen wieder in der freien Natur ausgebracht werden, muss das in dem gleichen Gebiet der Entnahme geschehen. Im Nachbargebiet wäre das Gehölz oder Saatgut gebietsfremd. Nach §40 BNatSchG benötigt man dafür eine Genehmigung.

Wo man nicht muss, darf man trotzdem

Und was bedeutet das für euch? Für euren Garten, euren Balkonkasten oder sonstige innerörtliche Flächen gilt das Gesetz nicht. Trotzdem ergibt auch hier die Verwendung von gebietseigenem Saatgut und Gehölzen Sinn, denn viele Insekten sind auf das Vorkommen von natürlich vorkommenden Pflanzen angewiesen. Arbeitet ihr außerörtlich in der freien Natur, müsst ihr bei dem Ausbringen von Saatgut und Gehölzen auf die Herkunft achten. Zertifizierungsverbände wie der VWW (Verband deutscher Wildsamen– und Wildpflanzenproduzenten e.V.) garantieren euch transparente Herkunft.

(Fotos, sofern nicht anders gekennzeichnet: Naturpark)

3.2.2021

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