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Kräuterwanderung über den Dächern von Schiltach

Kräuterwanderung über den Dächern von Schiltach: Oregano
Oregano kommt nicht nur im Süden vor - bei uns heißt er Dost. Das und vieles mehr lernt ihr auf der Kräuterwanderung.

In ihrer idyllischen Kräuterwanderung sorgt Schwarzwald-Guide und Kräuterpädagogin Monika Wurft für eine neue Sicht. „Traue keinem Garten ohne Unkraut“ ist einer ihrer Wahlsprüche. Denn was viele als „Unkraut“ bezeichnen, sind oft essbare Wildpflanzen, oft mit Heilwirkung. Und natürlich wachsen sie nicht nur im Garten, sondern vor allem in der freien Natur. Kommt am Mittwoch, 9. August oder am Donnerstag, 14. September 2017 zur „Kräuterwanderung über den Dächern von Schiltach“ und lernt, welche Pflanzen ihr für Küche und Hausapotheke wie verwenden könnt. Nähere Infos ganz unten.

Giersch macht den Anfang

Auf dem schönen Marktplatz der historischen Fachwerkstadt Schiltach an der Kinzig startet die Kräuterwanderung. Gleich geht es recht steil den Hang hinauf. Schon nach wenigen Minuten und noch innerhalb des Ortes treffen wir an einem grünen Randstreifen auf das erste Anschauungsobjekt. „Zum Leidwesen von Gartenbesitzern breitet er sich schnell und großflächig aus: der Giersch“, erklärt Monika Wurft. „Dabei ist er eine wunderbare Wildpflanze, die man in großen Mengen in der Küche verwenden kann. Als Spinat, als Gemüse, als Pesto, zu Nudeln, in der Quiche…“

Beruhigende Wurzel

Es ist Ende Juni und die meisten Wildpflanzen blühen. Für den Laien ist die Vielzahl der weiß blühenden Rispenpflanzen kaum zu unterscheiden. Aber wir haben ja Monika Wurft. Sie zeigt auf lange, verzweigte Stängel mit weißen Blüten und zitiert einen alten Spruch: „Das Herz, den Sinn, die Nervenbahn beruhigt uns der Baldrian.“ Dass Katzen bei Baldrian verückt spielen, unsereins aber zur Ruhe kommt, ist uns allen bekannt. „Was medizinisch verwendet wird, ist die Wurzel“, erklärt die Kräuterpädagogin. „Aber nicht während der Vegetationsphase ausgraben, erst im Herbst.“

Labkraut und Knoblauchsrauke

Wir steigen weiter enge Gassen und Treppen am Hang des Schlossbergs hinauf, verlassen die Stadt und stapfen auf schmalen Pfaden durchs Grüne bergauf. Wir lernen als nächstes das Labkraut kennen, das früher zum Eindicken von Milch bei der Käseherstellung verwendet wurde. Die Knoblauchsrauke hat schon früher geblüht und bereits schmale Schoten gebildet. Die enthalten kleine dunkelbraune Samen, die scharf schmecken und sich gemahlen hervorragend als „Wiesenpfeffer“ eignen.

Plädoyer für Wildpflanzen

Monika Wurft liegt viel daran, Wildpflanzen wieder mehr ins Bewusstsein der Menschen zu rücken. „Sie sind unverändert, nicht von Gentechnik betroffen, es sind die ursprünglichsten, natürlichsten und ehrlichsten Nahrungs- und Heilmittel, die wir in der Natur finden!“ Die Gruppe bewegt sich weiter hinauf auf den Schlossberg. Zur Erfrischung lässt uns die Kräuterexpertin von ihrer „Kräuterlimonade“ probieren. In einer Glasflasche hat sie Giersch, Labkraut, Minze, Melisse, Thymian, Schafgarbe, Gänseblümchen, Rose, Borretsch und roten Wiesenklee mit Wasser einige Stunden angesetzt. „Vorher die Zutaten ein wenig zerdrücken oder verreiben, damit die ätherischen Öle und das Aroma freigesetzt werden“, rät sie. Und wirklich: Ein wunderbar erfrischender und wohlschmeckender Durstlöscher!

Nahrungs-, Würz- und Heilpflanzen auf Schritt und Tritt

Oben auf dem Schlossberg bleiben wir lange auf einer Grasfläche stehen, denn hier gibt es sehr viele interessante Kräuter. Monika Wurft zeigt Frauenmantel, Gundermann, Beinwell, Steinklee, Dost – besser bekannt als Wilder Majoran, noch besser bekannt als Oregano -, roten Wiesenklee, das „Superfood“ Brennnessel und nicht zuletzt das Johanniskraut – die am besten erforschte Heilpflanze. Zu allen Pflanzen hat sie sehr viel Interessantes und Erstaunliches zu erzählen. Klickt auf die Bilder, dann erfahrt ihr mehr! Das meiste erfahrt ihr natürlich auf der Kräuterwanderung bei Monika Wurft persönlich.

Kräuterkunde und Rezepte im „Wildkräuterbuch“

Im warmen Abendlicht versammeln wir uns zwischen den niedrigen Mauern der Burgruine. Monika Wurft erzählt uns, wie sie schon vor zehn Jahren Kräuterpädagogin geworden ist. Irgendwann veröffentlichte sie im Eigenverlag ein Buch über ihre 15 Lieblingskräuter und fotografierte die Bilder dazu. Der Verlag Ulmer wurde auf sie aufmerksam und bat sie, das nun vorliegende Buch mit 30 Kräutern, Beschreibungen und kreativen Kräuter-Rezepten zu schreiben. „So wurde ich auch zur Food-Fotografin“, lacht sie. Infos dazu siehe unten.

(Fotos: Monika Wurft, Stefan Dangel)

Nächste Termine:

Schwarzwald-Guide-Tour:
Kräuterwanderung über den Dächern von Schiltach
Donnerstag, 14. September 2017, 16.30 Uhr
Treffpunkt: Marktplatz, 77761 Schiltach
Anmeldung nicht erforderlich – einfach kommen!
Bei Fragen zur Kräuterführung: Tel. 07836 1489

Weitere Infos zu den  Schwarzwald-Guides und ihren Touren hier.

„Mein Wildkräuterbuch“

von Monika Wurft
Verlag: Ulmer
ISBN: 978-3-8001-0858-9
16,90 €

 

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