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Vom Fallobst zum leckeren Apfelsaft

Streuobstaktion Naturpark-Schule Hilpertsau
Walter Schmeiser vom Obst- und Gartenbauverein Hilpertsau-Obertsrot zeigt den Schulkindern die Früchte ihrer Arbeit.

Streuobstaktion der Naturpark-Schule Hilpertsau

„Moderne Heimatkunde“ ist selbstverständlicher Bestandteil des Lehrplans in der Grundschule Hilpertsau. Denn als Naturpark-Schule bietet sie den Kindern in jedem Schuljahr mehrere erlebnisreiche Unterrichtsmodule außerhalb der Klassenzimmer in Zusammenarbeit mit externen Partnern und der Umweltpädagogin des Naturparks Schwarzwald Mitte/Nord.

Am Donnerstag, dem 20. September, war das eine Streuobstaktion, bei dem die Kinder am Morgen gemeinsam mit den Obst- und Gartenbauvereinen Obertsrot-Hilpertsau und Reichental Äpfel von Streuobstwiesen in Hilpertsau einsammelten und verluden. Danach ging es zurück in die Schule, wo Umweltpädagogin Manuela Riedling mit der 4. Klasse Infoplakate entwickelte, die am 28. September von den Schulkindern auf dem Wochenmarkt in Gernsbach auf einem Infostand präsentiert werden. Dabei ging es unter anderem um Herstellung, Transport, Lagerung und CO2-Bilanz von Apfelsaft.

Noch am Vormittag besuchten die Kinder klassenweise das Saftmobil, an dem die morgens gesammelten Äpfel von der Saftpresse verarbeitet wurden. Natürlich durften die Kinder den frischen Apfelsaft probieren.

„Apfelsaft wächst nicht im Supermarkt“

Projektleiterin Brigitte Seiser, frühere Schulleiterin und Initiatorin der Naturpark-Schule Hilpertsau, freute sich über die Begeisterung, mit denen die Kinder bei der Sache waren. „Für die Kinder ist das nicht nur eine Gelegenheit zu lernen, dass der Saft nicht im Tetrapak im Supermarkt wächst, sondern sie lernen auch etwas darüber, wie wichtig Streuobstwiesen für unsere Landschaft und die Vielfalt der Tier- und Pflanzenarten sind“, so Seiser. Der heutige Schulleiter Benjamin Böhm ergänzte: „Als Naturpark-Schule liegt uns sehr viel daran, dass die Kinder moderne Heimatkunde nicht nur im Klassenzimmer hören und sehen, sondern auch draußen, wo das Leben stattfindet, selbst erleben.“

Kinder sollen von klein auf wissen, wo unsere Lebensmittel herkommen

„Wir sind sehr gerne bei solchen Projekten dabei“, bekräftigte Walter Schmeiser, Vorsitzender des Obst- und Gartenbauvereins Obertsrot-Hilpertsau. „Wir möchten die Kinder von klein auf für den nachhaltigen Umgang mit natürlichen Lebensmitteln und unserer Kulturlandschaft sensibilisieren. Dies wird auch durch den demnächst entstehenden Schulgarten weitergehend vermittelt.“ Auch Udo Janetzki, Vorsitzender des Obst- und Gartenbauvereins Reichental, möchte den Kindern mehr über die Verarbeitung von Streuobst vermitteln: „Die Schulkinder können mit uns am 26. September an der traditionellen Kelter in Reichental nach dem Saftmobil noch eine andere Variante des Saftpressens erleben.“

„Viele Kinder wissen heute nicht mehr, wo unsere Lebensmittel herkommen“, verdeutlichte Umweltpädagogin Manuela Riedling. „In der Naturpark-Schule sollen sie ihre eigene Heimat in Feld und Flur, also unseren Naturpark, besser kennen und schätzen zu lernen. So entwickeln sie im Idealfall später eigene Ideen, diese Kultur- und Naturlandschaft zu erhalten.“

Was ist eine Naturpark-Schule?

Wenn eine Schule Naturpark-Schule werden möchte, wird sie für die Dauer von fünf Jahren Kooperationspartner des Naturparks. Das Thema „Moderne Heimatkunde“ wird prominent im Unterrichtsplan behandelt – mit bis zu acht Modulen pro Schuljahr. Ziel ist es, Kindern praxisbezogen Themen aus Natur und Kultur im Umfeld der Schule zu vermitteln. Fest eingebunden sind dabei außerschulische Partner. Nachdem die Schule gemeinsam mit dem Schulträger einen Kooperationsvertrag abgeschlossen und die Module des ersten Schuljahres durchgeführt hat, wird sie im folgenden Schuljahr offiziell vom Verband Deutscher Naturparke (VDN) als Naturpark-Schule ausgezeichnet.